Spur


Spur

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Spur [ʃpu:ɐ̯], die; -, -en:
1.
a) Abdruck von etwas im weichen Boden, im Schnee o. Ä.:
die Spuren eines Schlittens im Schnee; die Räder hinterließen eine Spur im Sand.
Syn.: Fährte.
Zus.: Bremsspur, Fußspur, Radspur, Reifenspur, Schleifspur, Skispur.
b) von einer äußeren Einwirkung zeugende [sichtbare] Veränderung, verbliebenes Zeichen:
der Einbrecher hinterließ keine Spur; bei den Ausgrabungen stieß man auf Spuren alter Kulturen.
Syn.: Anzeichen, Hinweis, Merkmal, Überrest.
Zus.: Blutspur, Kratzspur, Ölspur, Siedlungsspur.
2. sehr kleine Menge von etwas:
im Wasser fanden sich Spuren eines Giftes; in der Suppe ist keine Spur, nicht die Spur Salz (überhaupt kein Salz).
Syn.: Anflug, Hauch, Nuance, Schimmer.
3. abgegrenzter Streifen einer Fahrbahn auf einer Straße [für den Verkehr in einer bestimmten Richtung]:
die Spur wechseln; auf der linken, falschen Spur fahren.
Zus.: Abbiegespur, Linksabbiegerspur, Standspur, Überholspur.

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Spur 〈f. 20
1. Abdruck von Füßen, Rädern, Skiern usw. im Boden od. Schnee (Fuß\Spur, Rad\Spur, Schlitten\Spur, Wagen\Spur)
2. Fährte, Tritt
3. Furche, Kielwasser
4. 〈Jägerspr.〉 Fußabdrücke des Niederwildes; →a. Fährte (2)
5. Eisenbahngleis hinsichtlich seines Schienenabstandes (Schmal\Spur)
6. (meist durch Markierung abgegrenzter) Streifen einer Fahrbahn (Kriech\Spur, Überhol\Spur)
7. 〈fig.〉
7.2 Überrest
7.3 Kleinigkeit, winzige Menge
● die \Spuren einer versunkenen Kultur 〈fig.〉; es fehlt noch eine \Spur Salz 〈fig.〉; in ihrem Gesicht waren noch \Spuren einstiger Schönheit zu erkennen 〈fig.〉 ● wir haben keine \Spur von ihm gefunden kein Zeichen, dass er hier gewesen ist; jmds. \Spuren folgen; die \Spur führt in den Wald, ins Ausland; keine \Spuren hinterlassen; die \Spur verlieren; seine \Spuren verwischen ● eine alte, frische \Spur; eine heiße \Spur verfolgen; →a. heiß; keine \Spur! 〈fig.; umg.〉 ganz u. gar nicht!; keine \Spur von Geist, von Talent besitzen 〈fig.〉 keinerlei G., T. haben; keine \Spur davon ist wahr 〈fig.〉 nichts davon ● jmdn. auf die (richtige) \Spur bringen 〈fig.〉 jmdm. einen Hinweis geben; jmdm. auf die \Spur kommen 〈fig.〉 seine (heiml.) Handlungen entdecken; (einer Sache) auf die \Spur kommen 〈fig.〉 sie herausfinden, sie entdecken; einem Dieb auf der \Spur sein einen D. verfolgen; nicht die \Spur! 〈fig.; umg.〉 ganz u. gar nicht, nicht das Geringste!; jmdn. von der \Spur abbringen, ablenken [<ahd. spor; zu idg. *sper- „mit Füßen treten“; verwandt mit Sporn u. spreizen]

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Spur, eigtl. Spurenbestandteil [ahd. spor = Tritt, Fußabdruck]: unterschiedlich definierte Bez. für einen in Analysenproben vorliegenden Bestandteil, nach DIN in Massenanteilen < 1 mg/g (< 0,1 % bzw. < 1000 ppm), nach IUPAC < 100 µg/g (< 0,01 % bzw. < 100 ppm). Ebenso unterschiedlich werden Mikro-, Nano-, Piko- u. Femtobestandteil bzw. –spur definiert.

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Spur , die; -, -en [mhd. spur, spor, ahd. spor, eigtl. = Fußabdruck]:
1.
a) Reihe, Aufeinanderfolge von Abdrücken od. Eindrücken, die jmd., etw. bei der Fortbewegung im Boden hinterlassen hat:
eine alte, frische, tiefe S. im Schnee;
die S. eines Schlittens, Pferdes;
die S. führt zum, endet am Waldrand, verliert sich;
eine S. verfolgen, aufnehmen;
der Hund wittert eine S.;
der Regen hat die -en verwischt;
einer S. folgen, nachgehen;
Ü die S. der Diebe führt nach Frankreich;
von den gestohlenen Gemälden fehlt jede S.;
die Polizei ist auf eine S. gestoßen, ist auf der falschen Spur;
heiße S. (wichtiger Anhaltspunkt für die Aufklärung eines Verbrechens o. Ä.: der Detektiv hat, verfolgt eine heiße S.);
jmdm. auf die S. kommen (1. jmdn. als Täter o. Ä. ermitteln. 2. Schlich 1);
einer Sache auf die S. kommen (herausfinden, was es mit einer Sache auf sich hat; etw. aufdecken);
jmdm. auf der S. sein, bleiben (aufgrund sicherer Anhaltspunkte jmdn. [weiterhin] verfolgen);
einer Sache auf der S. sein, bleiben (aufgrund sicherer Anhaltspunkte sich [weiterhin] bemühen, eine Sache zu erforschen, aufzudecken);
auf jmds. -en wandeln/in jmds. -en treten (Fußstapfe);
b) (Ski) Loipe:
die S. legen;
in die S. gehen, treten;
in der S. sein;
c) (Jägerspr.) Reihe, Aufeinanderfolge von Abdrücken der Tritte bestimmter Tiere, bes. des Niederwilds (im Unterschied zu Fährte, Geläuf).
2. <meist Pl.> von einer äußeren Einwirkung zeugende [sichtbare] Veränderung an etw., Anzeichen für einen in der Vergangenheit liegenden Vorgang, Zustand:
-en der Zerstörung, von Gewalt;
die -en von etw. tragen, zeigen;
[keine] -en hinterlassen;
alle -en sorgfältig sichern, verwischen, beseitigen;
Ü die -en (Überreste) vergangener Kulturen.
3. (Verkehrsw.) Fahrspur od. einer Fahrspur ähnlicher abgegrenzter Streifen einer Fahrbahn:
die S. wechseln;
die mittlere S.;
auf, in der rechten S. fahren.
4.
a) einen bestimmten Anteil der gesamten Breite eines Magnetbands einnehmender Streifen:
das Bandgerät arbeitet mit vier -en;
b) (EDV) abgegrenzter Bereich auf einem Datenträger, in dem eine einfache Folge von Bits gespeichert werden kann:
Magnetplatten mit mehreren -en.
5. (Technik) Spurweite:
Autos mit breiter S.
6. (Kfz-Technik) (für das Spurhalten bedeutsame) Stellung von linkem u. rechtem Rad zueinander:
die S. stimmt nicht;
die S. kontrollieren, einstellen.
7. vom Fahrer mithilfe der Lenkung bestimmte Linie, auf der sich ein Fahrzeug bewegen soll:
das Auto hält gut [die] S. (bricht nicht seitlich aus).
8. sehr kleine Menge von etw.; ein wenig:
da fehlt noch eine S. Essig;
die Suppe ist [um] eine S. zu salzig;
-en von Zyankali;
Ü ohne die leiseste, geringste S. von Furcht;
der Empfang war um eine S. zu kühl;
nicht die S. /keine S. (ugs.; überhaupt nichts).

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SPUR,
 
Name einer 1958 in München gegründeten Künstlergruppe, der der Bildhauer L. Fischer, die Maler Heimrad Prem (* 1934, ✝ 1978), Helmut Sturm (* 1932) und Hans-Peter Zimmer (* 1936, ✝ 1992) angehörten (aufgelöst 1965). Sie strebten eine politisch engagierte figurative Kunst an, die die Freiheit der bildnerischen Mittel bewahrt. SPUR-Museum in Cham (eröffnet 1991).
 
 
Gruppe S., 1958-1965, hg. v. V. Loers, Ausst.-Kat. (1986).

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Spur, die; -, -en [mhd. spur, spor, ahd. spor, eigtl. = Tritt, Fußabdruck, zu einem Verb mit der Bed. „mit dem Fuß ausschlagen, treten; zappeln, zucken“; vgl. ↑springen; 8: urspr. = „hinterlassenes Zeichen“, dann: „nur schwach Merkliches“]: 1. a) Reihe, Aufeinanderfolge von Abdrücken od. Eindrücken, die jmd., etw. bei der Fortbewegung im Boden hinterlassen hat: eine neue, alte, deutliche, frische, tiefe S. im Schnee; die S. eines Schlittens, Wagens, Pferdes; die S. führt zum, endet am Waldrand, verliert sich; eine S. verfolgen; Auf dem Boden zeichneten kleine ... Blutflecken eine S. (Sebastian, Krankenhaus 86); eine S. aufnehmen (finden u. zu verfolgen beginnen); der Hund wittert, verfolgt eine S.; der Regen hat die -en verwischt; die Schnecke hinterlässt eine schleimige S., eine S. aus Schleim; einer S. folgen, nachgehen; Ü die S. der Diebe führt nach Frankreich; von dem Vermissten, den gestohlenen Gemälden fehlt jede S.; die Polizei ist auf eine S. gestoßen, verfolgt eine neue S.; der Forscher, der Detektiv ist auf der richtigen, falschen S.; *heiße S. (wichtiger Anhaltspunkt für die Aufklärung eines Verbrechens o. Ä.): die Polizei hat, verfolgt eine heiße S.; Anfangs schien es sogar, als sei ich auf eine heiße S. gestoßen (Weber, Tote 85); jmdm. auf die S. kommen (1. jmdn. als Täter o. Ä. ermitteln. 2. ↑Schlich 1); einer Sache auf die S. kommen (herausfinden, was es mit einer Sache auf sich hat; etw. aufdecken); jmdm. auf der S. sein, bleiben (aufgrund sicherer Anhaltspunkte jmdn. [weiterhin] verfolgen); einer Sache auf der S. sein, bleiben (aufgrund sicherer Anhaltspunkte sich [weiterhin] bemühen, eine Sache zu erforschen, aufzudecken); auf jmds. -en wandeln, in jmds. -en treten (↑Fußstapfe); b) (Ski) Loipe: die S. legen; in die S. gehen, treten; in der S. sein; In der S., ja, da konnte er die Gegner vor sich herjagen und ihnen dann aus keuchendem Atem heraus das herrische „S. frei!“ zurufen, das dem Vordermann bedeutet, aus der S. zu treten und den Stärkeren vorbeiziehen zu lassen (Maegerlein, Piste 14); c) (Jägerspr.) Reihe, Aufeinanderfolge von Abdrücken der Tritte bestimmter Tiere, bes. des Niederwilds (im Unterschied zu Fährte, Geläuf). 2. <meist Pl.> von einer äußeren Einwirkung zeugende [sichtbare] Veränderung an etw., Anzeichen für einen in der Vergangenheit liegenden Vorgang, Zustand: die -en des Krieges, der Zerstörung; Eine S. von Gewalt zogen die Stones-Tourneen hinter sich her, Prügeleien, Krawalle (Spiegel 22, 1982, 198); das Buch trug die -en häufigen Gebrauchs; sein Gesicht zeigte die -en der Anstrengung, einer schweren Krankheit; Ich liebte sie, wenn sie die ersten -en des Alters an ihrem Körper tapfer zu mir ins Licht der Kerzen trug (Stern, Mann 78); die Einbrecher haben keine -en hinterlassen; der Täter hat alle -en sorgfältig verwischt, beseitigt; die Polizei kam zum Tatort, um die -en zu sichern; Ü die -en (Überreste) vergangener Kulturen. 3. (Verkehrsw.) Fahrspur od. einer Fahrspur ähnlicher abgegrenzter Streifen einer Fahrbahn: die S. wechseln; nimm am besten die mittlere S.; Wenn er Lastwagen überholt hatte, versuchte er sich auf der linken S. zu halten (Johnson, Ansichten 238); auf der rechten S., in der rechten S. bleiben. 4. a) einen bestimmten Anteil der gesamten Breite eines Magnetbands einnehmender Streifen: Der Vorteil des Verfahrens: Alle -en stehen zum Vertonen zur Verfügung (Foto-Magazin 8, 1968, 76); Die Spielzeit einer S. beträgt eine volle Stunde (Foto-Magazin 8, 1968, 76); das Bandgerät arbeitet mit vier -en; b) (EDV) abgegrenzter Bereich auf einem Datenträger, in dem eine einfache Folge von Bits gespeichert werden kann: Lochstreifen, Magnetplatten mit mehreren -en. 5. (Technik) Spurweite: Autos mit breiter S. und langem Radstand. 6. (Kfz-T.) (für das Spurhalten bedeutsame) Stellung von linkem u. rechtem Rad zueinander: die S. stimmt nicht; die S. kontrollieren, einstellen, messen. 7. vom Fahrer mithilfe der Lenkung bestimmte Linie, auf der sich ein Fahrzeug bewegen soll: das Auto hält gut [die] S. (bricht nicht seitlich aus); der Wagen darf beim Bremsen nicht aus der S. geraten (seitlich ausbrechen). 8. sehr kleine Menge von etw.; ein wenig: da fehlt noch eine S. Paprika, Salz, Essig; Para-amino-Benzoesäure, von der die meisten Bakterien winzige -en ... unbedingt benötigen (Natur 35); die Suppe ist [um] eine S. zu salzig; sie fanden -en von Zyankali; Jod benötigt der Körper nur in -en; Ü Er verlor 1992 sein Amt als Kultusminister, weil er es eine S. zu liberal auslegte (Woche 18. 4. 97, 17); Ravic sah ihn mit einer S. von Ironie an (Remarque, Triomphe 18); ohne die leiseste, geringste S. von Furcht; der Empfang war um eine S. zu kühl; *nicht die S./keine S. (ugs.; überhaupt nichts): In dieser Familie gab es nie die S. von Not (Loest, Pistole 39); Und er - nicht die S. kriegt der mit (Bastian, Brut 133); Von frischem Rosenwasser, duftenden Blüten und murmelndem Geplätscher seit vielen Jahren keine S. (a & r 2, 1997, 34).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme: